Was bilden Sie sich ein, hier zu filmen?
Wenn man heutzutage in Deutschland als Film-Amateur kreativ arbeiten möchte, muss man dreist sein. Anders ist es nicht mehr möglich, dass umzusetzen, was man sich wirklich in seinem Kopf ausgedacht hat. Es kotzt mich dann einfach nur an, dass es in Deutschland so viele Menschen gibt, die sehr dickköpfig mit dem Medium Film umgehen und eine ähnliche Meinung an den Tag legen, wie sie der Titel vorgibt.
Doch wo sonst? Heutzutage gibt es keine Akzeptanz für den Amateurfilm und probiert man sich aus, so wird man häufig mit ungläubigen Kopfschütteln empfangen. Die erste Antwort, die man gibt, ist grundsätzlich: Nein. Danach kommt die Phase, in der man fünf Minuten Zeit hat, generell zu erklären, was die Idee hinter dem Filmen ist und warum ausgerechnet dieses Plätzchen Erde ausgesucht wurde, um eine kleine Szene in den Kasten zu bekommen. Danach erfolgt meistens ein weiteres Nein, was gerne mit der fehlenden Zuständigkeit begründet wird.
Was nun folgt, sind Bitten, Umgarnungen, Zugeständnisse und den ganzen restlichen Arschkriecherschrott, den man leisten muss, wenn man kein Budget hat und einfach für den Film lebt. Doch in den Köpfen der meisten Deutschen regiert immer noch die Vorstellung, dass Filme teuer sein müssen und wenn schon einer gedreht werden soll, dass man dann wenigstens etwas vom großen Kuchen abbekommt. Doch die Welt schenkte uns einen Platz, der sowohl die Öffentlichkeitsarbeit, als auch die Bedeutung des Amateurfilms auf eine neue Stufe gehoben hat: YouTube.
Doch YouTube erreicht nur die, die generell Videos suchen und schätzen. Die Ladenbesitzer in Deutschland, die aber in solchen Städten wie Forst zu Hause sind, sind nicht aufgeschlossen. Sie interessieren sich nicht für den Experimentalfilm und sie wollen auch nichts vom Amateurfilmer wissen, wenn er nicht gerade gleichzeitig ein Kunde in ihrem Geschäft ist. Doch woher kommt dieses Verlangen, sich grundlegend gegen den Film zu stellen? Ich denke, es hat vor allem auch etwas mit dem Verhalten der Menschen zu tun, das Björn sehr gut beschrieben hat.
Man möchte gar nicht versuchen, aus dem vorgegebenen Problem einen Kompromiss entstehen zu lassen, sondern eher im Konflikt als alleiniger Sieger hervortreten. Man bedenkt nicht die positiven Folgen, sondern sieht nur die mögliche Überprüfung durch Dritte oder die mögliche Fehldarstellung durch den Regisseur. Andere Folgen wie Steigerung des Bekanntheitsgrades, Aufbesserung des allgemeinen Rufes oder Gewinnerhöhung durch steigende Besucherzahlen werden ausgeblendet. Möglichst kein Risiko eingehen. Es könnte ja etwas Gutes daraus entstehen.
Natürlich muss man auch Zugeständnisse machen und als Regisseur sowohl die Persönlichkeitsrechte der Personen auf den Straßen, als auch die Vorsicht der Geschäftsinhaber respektieren. Trotzdem sollte bei diesen Leuten doch wenigstens ein Grundverständnis für die Selbstverwirklichung anderer Menschen existieren. Dennoch ist dieses verkrustete Denken nicht unbedingt immer vorhanden und Filme werden trotzdem gedreht. Die Künstlichkeit deutscher Filme, wenn sie moderne Themen behandeln, sieht man in vielen Fällen dennoch sehr deutlich.
Doch Deutschland bleibt Deutschland, Heimat bleibt Heimat, man kann nicht alles haben. Man kann aber alles versuchen. Versucht euer Bestes beim Drehen und übt am besten selbst einmal ein wenig Nachsicht, wenn jemand euch nett fragt, ob er nicht vielleicht ein Filmchen auf eurem Grund und Boden drehen könnte! Nicht umsonst ist Kreativität das wichtigste Gut, die Unendlichkeit der Langeweile zu überstehen – also achtet sie auch!

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
mich hat die engstirnigkeit manhcer leute in der letzten zeit sehr shcockiert. ich denke, dass zu viele angst vor neuem habne und war eigentlich der überzeugung, dass es schon lange keinen grund mehr dazu gibt. ich finde es traurig wen türen zugeschlagen werden, nur aus unverständnis oder wenn sich keine zeit genommen wird etwas über die hintergründe zu erfahren. ein hoch auf die kreativität, denn sie acht den tristen alltag erträglich.ich mag diesen beitrag.