21. August 2008 / , , , , , , , , / Henry / 3c

Warum Filme meist nicht an Bücher herankommen

Ich habe eine Theorie darüber, warum Verfilmungen von den meisten Menschen schlechter als ihr Buchpendant eingeschätzt werden. Ich denke, es hängt neben dem Regisseur, der wahrscheinlich durch seine Interpretation auch einen Großteil zum Misserfolg eines Werkes beigetragen haben dürfte, hauptsächlich auch von der Zeit, die man dem Werk widmet, ab.

Zeit ist ein wichtiger Faktor in unserem Leben und je mehr Zeit wir mit einer Sache verbringen, desto stärker hängen wir auch an dieser Sache. Wenn wir nun also ein Buch lesen, beschäftigen wir uns mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate damit und lernen mit jedem Wort die Helden und die Geschichte ein bisschen näher kennen.

Wir sind außerdem diejenigen, die bestimmen, wie sich die Helden in unserem Kopf zusammensetzen, wie sie in der Dunkelheit oder im Licht umherirren und wie sie sich zu uns selbst verhalten. Sehen sie gut aus, gefällt uns ihre Art zu denken, sind wir durch Fehlinterpretation dazu verleitet worden, die Figur zu mögen, obwohl das Buch zum Nichtmögen auffordert?

Kamerapositionen, Überblendungen oder fehlendes Budget spielen für uns keine Rolle. So haben wir den Vorteil, dass wir unsere Welt natürlich selbst mögen. Diejenigen, die die Bücher gelesen haben werden es immer schwer haben, sich in einer Umsetzung wohlzufühlen. Das ist ganz normal.

Trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass uns der Film immer noch die Möglichkeit bietet, Farben, Musik und Gefühle wahrzunehmen, die uns überraschen oder sogar erschrecken können, wobei ein Buch in vielen Fällen nur Erstaunen in uns hervorruft. Ein Horrorroman ist nur halb so gruselig wie ein ernsthafter Psychohorrorfilm. Stimmen sind einzigartig und vermitteln eine Situation, die uns begreiflich macht, dass wir als Publikum nicht allmächtig sind.