Von richtiger Erziehung und falschen Werten
Sie können alles. Sie wissen alles (meist besser) und sie legen großen Wert auf feststehende Verhaltensnormen und Regeln, auch wenn sie noch so unsinnig sein mögen. Die Rede ist von Eltern. Die Menschen, die für uns verantwortlich sind, denn durch ihren unvorsichtigen oder beabsichtigten Geschlechtsverkehr wurde unsere Geburt provoziert.
Ja, sie sollten uns danken, denn ohne uns wären sie nicht so, wie sie heute sind. Vielleicht wären einige noch immer verträumte Hippies oder unverbesserliche Pessimisten. Noch schlimmer wäre es, wenn sie auf dem Bildungs- und Verhaltensstand 12-Jähriger stehen geblieben wären. Viele haben in diesem Alter noch auf Mama und Papa gehört! Doch wieso? Weil, die beiden älter waren? Weil sie von ihren Eltern alles Notwendige über das Leben gelernt haben? Weil ihre Werte und Weltanschauungen richtig sind oder weil wir es ganz einfach nicht besser wussten? Viele mögen es und sind dankbar für diese richtungsweisende, prägende und auch nicht immer falsche Erziehung. Ich auch! Aber jetzt, mit 16 Jahren, sehe ich mich durchaus in der Lage, mir eine eigene Meinung über alles und jeden bilden zu können. Diese zu äußern und sie ebenfalls argumentativ und sehr überzeugend rüber zu bringen oder notfalls zu verteidigen. Doch, ich denke darin bin ich nicht einmal schlecht. Aber wieso haben viele Eltern etwas gegen diese, eigentlich völlig akzeptable, Entwicklung? Nur weil ich es nicht für notwendig halte, den Menschen in einem Restaurant, welches ich zum ersten Mal für zwei Stunden besuchte, “Auf Widersehen!” zu sagen und selbiges auch nicht von ihnen als Ausdruck der Höflichkeit erwarte? Vom Besitzer der Gaststätte oder den Kellnern würde ich mich gern mit einem “Bis bald!” oder “Wir sehen uns!” verabschieden, denn die Möglichkeit sie noch einmal wieder zu sehen ist wesentlich größer.
Um noch einmal auf unseren Nutzen für die elterliche Generation zurückzukommen, möchte ich anmerken, dass ich persönlich das Gefühl habe, zu der Entwicklung und Reifung meiner Eltern beigetragen zu haben. Vielleicht wären sie ohne mich nicht auf dem Niveau von 12- Jährigen, aber sie wüssten wesentlich weniger über Tunnel, Punkrock, veganes und vegetarisches Essen, Hardcore und bestimmte politische Ansichten. Vielleicht sollte das, was ich hier gerade alles aufgezählt und begründet habe nicht allzu ernst genommen werden, doch darüber könnt ihr euch eine eigene Meinung bilden. Ihr seit schließlich alt genug.

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
Ein großes Dankeschön an Sandy, da er so nett war mir bei der Überschrift zu helfen. Mich hat er überzeugt! Seht selbst!
Absolut richtig. Im Prinzip sind wir es die unsere Eltern erziehen. Wir sagen ihnen welche Musik die beste und welche politische Ansicht die sinnvollste ist. Wir bringen ihnen bei sich nicht über jedes bisschen nen Kopf zu machen und wenn wir gut sind bekommen wir es sogar hin das sie einfach mal ganz chillig sein können. Es liegt an uns so viel wie möglich aus der Situation zu machen schließlich gilt, je mehr man sich anstrengt desto leichter wird man es haben und desto entspannter kann man Situation mit der Familie genießen…
Den Artikel finde ich echt nett geschrieben. Ich mag die Ironie und die persönlichen Bezüge…DAUMEN HOCH!
Ich kann mit dem Artikel überhaupt nichts anfangen. Ich finde eine gesunde Kontraproduktivität der Eltern ist mit das Wichtigste auf der Welt, da sie uns erstens zurück auf den Boden holt und uns zweitens dazu zwingt, ohne die Eingriffe ihrerseits unsere eigenen Erfahrungen zu machen. Weshalb sollten wir denn sonst eigenständig werden und ausziehen, wenn unsere Eltern uns doch alles bieten, was wir wollen?
Vielleicht weil wir den Drang nach Individualität haben, den Drang danach selbst etwas auf die Beine zu stellen, wir etwas erreichen wollen oder wir einfach nur mit anderen Menschen zusammen kommen…
Ich kann nicht behaupten das die “Kontraproduktivität” meiner Eltern mich auf den Boden geholt hat, das haben ganz andere Personen für mich gemacht…meine Eltern haben es mit ihren Aussagen meißt nur verschlimmert beziehungsweise mich in meinen Ansichten bestätigt
Nein, das meinte ich nicht. Mit auf den Boden zurückholen meinte ich nicht, dass sie uns beruhigen oder in irgendeiner Weise überzeugen. Nur sie unterbrechen zuerst die Linie, in der wir jeden mit unseren Idealen beeindrucken konnten und weisen uns dadurch an, unsere eigenen Entscheidungen noch einmal für uns persönlich zu überdenken.
auch das habe ich bei mir nicht festgestellt…jedenfalls kam das nicht durch meine Eltern…
Ich glaube bei mir waren dafür meistens meine Geschwister zuständig.
bei mir wurde und wird das von Freunden gemacht…Danke!
Deshalb kann ich ja auch nicht so viel mit dem Artikel anfangen.
:’(
@ henry: Ich weiß nicht, was dich an diesem Artikel dazu veranlasst zu sagen : “Damit kann ich ncihts anfangen!” Es geht doch nicht darum, die Eltern so umzuerziehen, dass es zu einem perfekten Familienleben nach meinen Vorstellungen kommt , sondern viel mehr darum, meine Eltern an meine Werte und Vorstellungen heran zu führen und Verständnis zu erhoffen. Vielleicht ab und zu sogar Unterstützung. Und das kennen doch viele oder?
Ich kann deshalb damit nichts anfangen, weil ich denke, dass das halt total verschwendete Energie ist, da man mit ihnen sowieso endlos diskutieren kann und sie es immer noch nicht verstehen. So zum Beispiel in meinem Fall.