Unantastbar

Ich glaube ihr kennt sie alle. Sie sind selten, kommen ohne Ankündigung und sind trotzdem schneller fort als man denkt. Manchmal wird man sich ihrer Anwesenheit erst bewusst wenn sie wieder weg sind. Sie haben verschiedene Arten sich zu zeigen. Sie machen etwas mit dir. Sie stärken dich im Herzen und überdecken für einen kurzen Augenblick all deine Ängste und Sorgen die dir sonst ständig im Hinterkopf schwirren. Ich rede von Momenten in denen man sich unbesiegbar fühlt.
Mir sind diese Momente erst vor kurzer Zeit bewusst geworden und trotzdem konnte ich mich an alle aus vorherigen Tagen erinnern. Hier nur ein Beispiel: Ich komme aus dem Kino Lichtblick und will nach Hause fahren. Es ist spät abends. Eine warme Sommernacht. Und während ich fahre fängt es an zu regnen. Ein richtiger Schauer. In meinen Ohren klingt gerade “Rückspiegel” von Olli Schulz und der Hund Marie. Und ich wusste nicht warum, aber ich fühlte mich so wohl wie lange nicht mehr. Es war als ob der Regen von mir alles abwusch was mich belastete und ließ in mir nur noch die pure Freude und Zuversicht zurück. Ich kann euch verstehen wenn ihr mich jetzt für ein Fass voller Christenzuversichtsschleimerei ohne Boden haltet. Aber seit mal ehrlich und denkt an vergangene schöne Momente zurück. Sind da nicht auch einige dabei die von purer Sorglosigkeit und innerer reiner Ausgeglichenheit zeugen?
Wenn nein, dann irre ich mich wohl und bin ein gestörter “Ach wir leben in einer Welt voller großartiger Wunder”-Typ wie ich es schon dauernd vermutet habe. Wenn ja, dann freue ich mich, dass ich doch nicht immer falsch liege. Ich hatte schon lange keinen dieser Momente mehr. Wird Zeit das mal wieder einer
kommt.

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
Ich habe dieses Gefühl ständig beim Rennen. Das macht für mich allgemein auch den so großen Reiz des Laufens aus. Vorigen Sonntag stürmte und regnete es und ich war total durchnässt und mir war kalt. Ich glaube es gab nur wenige Momente, in denen ich zwischen Glücklichkeit und Schmerzen so sehr hin und her geschwankt habe. Es war einfach nur atemberaubend zu sehen, wie der Regen gegen einen schlägt und man gleichzeitig sich mit seiner Bewegung warm hält.
Joa sone Momente kenne ich auch. ich verbinde diese auch mit welchen, die man sonst beim Sport hat. Manchmal mache ich Sportarten, da merk man ab einer gewissen Zeit irgendwie einen Zauber. Wenn der da ist, dann gelingt einem alles. Man trifft immer das Tor oder den Korb, egal von wo man schießen oder werfen würde. Man ist derart glücklich und fühlt sich Gott gleich.^^ Leider verfliegt dieser Zauber immer viel zu schnell.