25. April 2008 / , , , , , / Henry / 2c

Synchronisation für Haustiere

Wir, als Menschen, versuchen in unserer Freizeit sehr häufig andere Sachen zu vermenschlichen. So werden aus unseren Pflanzen Wegbegleiter für ein Leben, aus unseren T-Shirts aufgeregte Partygäste oder aus unseren Handys Alleinunterhalter. Diese Form der Verrücktheit ist nicht gerade besonders, da sie ja niemanden schadet und auch wirklich nur sehr unterschwellig wirkt. Allerdings gibt es eine Unterart, die mich dahingehend gewaltig nervt.

Es ist die Abart, seinen eigenen Haustieren Gefühle aufzudrängen oder ihnen scheinbar ablesen zu können. Bilder mit Katzen und einer “lustigen” Bildunterschrift wie “Wir sind darüber genervt, dass wir die Maus nicht packen konnten!” sind nicht einfach nur Randerscheinungen, sondern man findet sie fast überall auf der Welt. Katzencontent par excellence! Ich bin dabei natürlich auch kein unbescholtenes Blatt, da es auch eine Zeit gab, wo ich dachte, dass ich die Gefühle eines Haustieres deuten könnte. Das hat sich aber nun geändert und ich denke, dass es einfach nur noch lächerlich ist, eine solche Beziehung aufzubauen.

Ich denke, dass Tiere ebenso wie Menschen ein Anrecht darauf haben, während ihres Lebens nicht verarscht zu werden. Ich finde es persönlich lächerlich, Tieren irgendwelche Gefühle aufzuschwatzen, nur weil man gerade nichts Besseres zu tun hat. Sie können nun einmal nichts dafür, dass sie nicht sprechen können und das sollte man ihnen nicht noch unter die Nase reiben. Doch, mir ist bewusst, niemand kann dieses Gehabe wirklich beeinflussen und niemand kann es auch wirklich verhindern.

So wie Kleinkindern irgendwelche Gefühle eingeredet werden, so werden auch Tiere niemals ganz vom wunderbaren Humor der Menschenwelt verschont bleiben. Das Leben ist halt so aufgebaut.