Singer/Songwriter
Ich mag diese Gattung der Musik nicht so besonders. Natürlich gibt es auch hier einige Ausnahmen. Aber diese sind nun auch nicht so unglaublich großartig, dass man sie in den Himmel loben müsste. Doch woran liegt es, dass mir die tiefgründigsten Lieder eigentlich generell am Arsch vorbeigehen?
Ich würde sagen, dass meine Oberflächlichkeit den Inhalt eines Liedes betreffend daran Schuld ist. Das bringt uns aber gleichzeitig auch zu einer grundsätzlichen Frage: Ist der Inhalt eines Liedes wirklich wichtig, um mit dem Lied seinen Spaß zu haben? Ich denke nicht. Man könnte natürlich jetzt anführen, dass ich ja mit dieser Auffassung niemals zwischen politisch zweifelhaften und emotional harmlosen Liedern unterscheiden könnte. Das ist aber nur zum Teil richtig.
Dem steht nämlich die Frage gegenüber, ob man, wenn man wenn man denn den Titel hört, das Lied überhaupt richtig versteht. Symbole, Metaphern, versteckte Anspielungen und eine Menge Lalalas, die irgendwie ja auch eine Bedeutung besitzen könnten, verwirren meiner Meinung nach nur das Gefühl, was hinter jedem Lied steht. Deshalb befindet sich in meiner Playlist auch kein Rap. Es würde mich entweder, wenn er auf deutsch wäre, viel zu sehr ablenken oder wenn er auf englisch wäre, viel zu sehr nerven.
Ich sehe die Musik nicht als Ausdrucksform, die Worte in den Vordergrund stellt. Für mich ist der Klang, die Gefühle, die sich hinter jeder Silbe befinden, der Ausdruck, der sich hinter Stimme verbirgt und die Überraschungen, die mir das Lied auf musikalischer Ebene präsentiert einfach viel wichtiger, als das komplette und interpretative Verständnis.
Mit dieser Vorinformation ist es eigentlich einfach, meine Abneigung gegenüber Singer/Songwriter zu verstehen. Es handelt sich bei ihnen nämlich um Leute, die die Worte in den Vordergrund stellen, die die Musik nur als Mittel zum Zweck sehen, sie zum Teil vernachlässigen, nicht wirklich vollkommen mit ihr spielen. Das macht das ganze für mich so traurig. Es ist ein ständiges Herumgequatsche, es sind mehr Vorträge als wirklich ausgearbeitete Poesie und das stört mich auch daran. Ich mag manchmal die Klänge, aber es ist anstrengend ihnen wirklich aufmerksam zu folgen und sie zu genießen, weil die Stimme ständig den Klang vernachlässigt.
Insgesamt ist es natürlich nur eine persönliche Empfindung und wie ich schon erwähnt habe, gibt es auch andere Singer/Songwriter, die poetischer oder spielerischer sind. Nur das Gros der Leute, die sich als Singer/Songwriter bezeichnen, erfüllt leider jenes klischeebehaftete Schema. Mein Problem besteht ja eigentlich nur darin, dass ich einige Melodien und Klänge sehr schätze, sie aber unter den unerbittlichen Worten dieser Leute untergehen. Aber man muss ja nicht unbedingt alles hören. Zum Glück.

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
Adam Green kann ich nich ab… aber ich sag nur Olli Schulz und der Hund Marie!
Na ja, deutsche Künstler sind sowieso eine Sache für sich. Bei ihnen verstehe ich ja auch, ohne intensiv auf die Lieder achten zu müssen, noch einigermaßen den Inhalt. Sobald aber Englisch mit ins Spiel kommt, wird es für mich meistens zu anstrengend.
Ironie und ähnliches aus einem englischen Liedtext herauszuhören, ist für mich immer eine Qual – ich mache es aber trotzdem gerne.
Bei dem Deutsch-Rap muss ich dir recht geben, obwohl ich oft welchen höre. Dann aber immer sehr konzentriert.
http://de.youtube.com/watch?v=7aaibXloxGQ