Patriotismus

Patriotismus ist der Stolz auf sein eigenes Land und unterscheidet sich vom Nationalismus dahingehend, dass man selbst nicht denkt, dass die eigene Nation “besser” ist als andere Nationen. Ich weiß, es mag schwierig sein ein solches Thema anzusprechen, gerade weil wir auch stark unter den Nachwirkungen des Nationalsozialismus zu leiden haben und von anderen Ländern meistens allein auf diese Vergangenheit reduziert werden. Dennoch möchte ich gerne dazu eine Frage stellen, die ich mir selbst schon sehr oft gestellt habe und die mir ebenfalls sehr oft großes Kopfzerbrechen bereitet hat. Bin ich selbst ein Patriot?
Anstatt jetzt eine klare Ja-Nein-Antwort zu geben, weiche ich aus, was ich häufiger mache, wenn man mich mit Fragen konfrontiert, auf die ich selbst auch nicht wirklich meiner Person entsprechend reagieren kann. Vielleicht sollte man deshalb erst einmal auf Deutschland als geschichtsträchtiges Land zurückblicken und sich danach entscheiden, wie patriotisch man wirklich selbst sein sollte.
Jetzt kommt natürlich die Frage auf, wie weit man zurückblicken sollte? Geht man auf die Teutonen oder die Kelten 50 v. Chr. ein? Sollte man lieber den Untergang des römischen Reiches und nachfolgend den Aufstieg und Untergang des Frankenreiches und die damit verbundene Trennung in West- und Ostfrankenreich bezeichnend als den Beginn der Entwicklung eines “teutschen” Reiches darstellen? Oder sollte man ganz einfach die Annektierung der deutschen Gebiete durch Preußen unter Wilhelm I. und Bismarck als Geburt von “Deutschland” betrachten? Ich weiß es nicht, ich kann es nicht einschätzen und gerade deshalb macht es uns die Entscheidung noch schwieriger. Auf was soll man stolz sein? Welche Kultur hat uns am meisten beeinflusst, dass wir zu einer “deutschen” Kultur überhaupt finden konnten? Und selbst heute stellt sich die Frage, inwieweit wir eine gesamtdeutsche einheitliche Kulturvergangenheit aufweisen können? Ich denke eine solche existiert nicht. Gebietskämpfe, Annektierungen, verschiedene Vorlieben und Machtansprüche der verschiedensten Mächte in ganz Europa beeinflussten jedes Land radikal, sodass eine ursprüngliche nationalstaatliche Kultur gar nicht existiert. Es existiert vielleicht eine europäische Kultur, obwohl selbst das durch die Osmanen widerlegt werden könnte. Es ist halt einfach eine schwierige Situation mit dem Patriotismus, denn wenn wir es nüchtern betrachten, können wir allein unsere Sprache hochschätzen, da alles andere nicht unbedingt deutsch ist.
Doch man sieht, ich rede wieder einmal drumherum. Rückblickend, was hat Deutschland groß gemacht? Für mich persönlich steht auf diesem Plan die Literatur unter Goethe, Schiller, Kant, Hegel, Engels und Marx, dann die Naturwissenschaften mit Einstein, Kepler, Leibniz und Gauß, sowie zum Abschluss die zusammenfassende Entwicklung zu einem liberalen, demokratischen Bundesstaat. Sollte man deswegen patriotisch sein oder besser gesagt stolz sein, Deutscher zu sein? Ich weiß es immer noch nicht und werde mich wohl nie ganz heimisch und nie ganz fremd fühlen können. Es ist wohl das Schicksal dieser Generation auf der einen Seite zwischen den alten Traditionen aus dem Ost-West-Konflikt der Alten und dem neuen aufgelockerten Bild einer Bundesrepublik zu leben. Jugendkultur ist dennoch für mich immer noch das Maß aller Dinge und auch wie wichtig die Betrachtung der Vergangenheit auch sein mag, viel wichtiger ist es doch, etwas zu vollbringen, was jemand anderen ähnlich bewegen kann, wie man selbst durch andere bewegt wurde. Das würde mich stolz machen Deutscher zu sein.

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
warum ist die frage deiner meinung nach nur, was damals war, worauf man stolz sein kann? wieso ist es denn wichtig, was deutschland großes gemacht hat?
deutschland ist exportweltmeister…kann man deswegen nicht stolz sein? kann man nicht auch stolz sein, weil frau merkel versucht eurpoa zusammenzuführen? kann man nicht auch stolz sein, weil wir handballweltmeister sind und den 3. platz bei der fußball-wm belegt haben?
man findet viele gründe stolz auf deutschland zu sein. ob es für einen selbst gründe sind die zählen, bleibt jedem selbst überlassen.
ich finde es nur verwerflich, wenn menschen, die aus ihren gründe(einige mögliche habe ich ja angeführt) stolz auf deutschland sind, gleich sofort kritisiert werden und vll sogar gleich als hlabe nazis eingestuft werden, nur weil sie z.b. eine deutschlandfahne am auto haben.
und solches denke begegnet mir in meinem umfeld viel zu oft.
Kann man auf ein Land Stolz sein dessen “SUPER” Sozialsystem immernoch die Morde an Kindern zulässst? Kann man auf ein Land stolz sein in dem man in bestimmten Teilen und an bestimmten Tagen Angst um sein Leben haben muss?
Natürlich sind das Ausnahmen.
Ich sage man kann Stolz auf Deutschland sein. Nur sollte man wissen wieviel Stolz denn angebracht ist. Ich habe nichts gegen Menschen die sich ne Deutschlandflagge an ihren neuen Benz machen oder sich mit nem Schland Trikot zum Fußbalspiel bewegen. Aber ich habe etwas gegen Leute die dies dann auch noch auf “frühere” Zeiten beziehen…
ach, eigtl. scheißegal mein Kommentar…
Ich bin nicht Stolz…denn ich bin weder Weltmeister noch bin ich 3 bei der WM geworden noch bin ich Exportweltmeister und ich bin keinesfalls Deutschland
ich glaube henry spricht hier gerade ein voll schwieriges und fieses Thema an…. ich selber winde mich ungern durch dieses Problem. Meine Meinung wechselt da je nach Laune. Manchmal lauf ich durch die Gegend und denke mir bei jedem Typen mit der Deutschlandfahne auf dem T- Shirt,“ DER HAT SEIN WAHLKREUZ BESTIMMT BEI DER NPD GEMACHT !!´´ und ein anderes mal bin ich sauer über irgendwelche jugendlichen Ausländer die einfach mal sagen na du Nazi… also Scheißthema würde ich sagen Henry *MAHNUNG*
Gerade das macht es so interessant.
Patrick, natürlich kann man auch darüber stolz sein, aber wie gegenwärtig sind schon Titel und wieviel Wert hat eine politische Leistung von Frau Merkel wirklich? Ich meine, die Staufer haben die ersten Universitäten in Deutschland gründen lassen und damit ein Zeitalter der Dichter, Denker und großen Persönlichkeiten erst möglich gemacht. Bismarck konnte Deutschland unter Preußen vereinigen, war das nicht eine viel größere Leistung, als der “Versuch” für ein neues Europa, welches dann sowieso wieder am Nationalstolz zerbrechen wird? Ich bin mir nicht sicher, ob die Leistungen, denen wir beigewohnt haben so viel Aufmerksamkeit und Stolz zugewandt werden sollte, obwohl man das natürlich nicht außer Acht lassen sollte.
Weiterhin denke ich, dass gerade die aktuelle Politik zeigt, dass ein demokratischer Staat auch sehr schnell an seine Grenzen gebracht werden kann, wenn Angst, Unwissenheit und Macht zusammengeführt werden. Das Schlimmste daran ist, dass es fast niemanden stört. Ich denke, kein Sozialsystem der Welt kann Morde an Kindern aufhalten. Es findet sich immer ein Schlupfloch in einer freien Welt, aber es geht darum, überhaupt zu ergründen, warum dieser Schritt vollzogen wurde. Natürlich sind Gesetze zum Schutz der Kinder zurzeit vorerst Schadenbegrenzung bis man zum Hauptproblem der sozialen Frage in Deutschland vorgestoßen ist.
Ja also wenn du jetzt mit Bismarck kommst, dann kannst du das so ähnlich sehen, wie heute in der EU. Natürlich war das eine große Leistung von Bismarck, aber sind wir denn wirklich ein Land?
Letztens wollte ich cnc spielen und kam in eine Lobby, wo ich mit jemandem wartete und mich unterhalten habe. Nachdem er wissen wollte, wo ich herkomme und ich ihm antwortete, schrieb dieser 17-jährige “Scheiß Ossi” und verließ daraufhin den Raum.
Das ist kein Einzelbeispiel, z.B. kenne ich einen Ostdeutschen, der bei einer westdeutschen Fußballmannschaft spielt und da Begrüßungen, wie “Na, haben sie dich wieder herausgelassen” zu hören bekommt.
Na ja jedenfalls ist das bei der EU genau so eine Sache, dass eine vollständige Vereinigung nie möglich sein wird.
Wie auch immer, ich bin trotzdem der Meinung, dass man auf die Frau Merkel in einem gewissen Maße stolz sein kann, da sie es versucht und ihr bestes gibt.
Und können wir nicht ein bisschen stolz auf die damalige Studentenbewegung sein, die eine Einigung Deutschland forderte und dafür kämpfte, obwohl sie es nicht schafften?! Solche Taten sind doch Vorbilder für später folgende Erfolge.
Und ich muss sagen, dass ich zu einem Teil Handballweltmeister, Exportweltmeister und 3. der Fußballweltmeister schafft bin.
Ich finde Ost-West-Konflikte sind einfach nur witzig und zeugen von einer der größten Dummheiten überhaupt. Was soll man machen, außer sich an den Kopf zu fassen und sich zu fragen, was das für Idioten sind.
Aber das erinnert mich zum Teil auch wieder an die South-Park-Folge, in der Token reiche Freunde nach South Park holen wollte. Jeder hat eben seinen Teil zu tragen, der eine ist fett, der andere ist Jude, wieder ein anderer muss ständig kotzen, wenn er seine Freundin sieht. Es geht auch darum mit den Beleidigungen fertig zu werden und sich irgendwie zu integrieren.
In Bezug auf Europa hoffe ich einfach, dass wir es schaffen ein gesamtes Europa und später vielleicht auch eine gesamte Weltnation zu werden, da ohne diese Bestrebungen wir vor einen Konflikt gestellt werden, der unsere gesamte Zivilisation zerstören könnte. Wenn wir nämlich die Möglichkeit haben den Weltraum zu bereisen und die ersten Schritte auf fremden Planeten tätigen, dann haben wir das Problem, dass wieder Besitzansprüche laut werden, denen einfach nicht leicht beizukommen ist.
ich persönlich kann nur auf dinge stolz sein, an denen ich mitgewirkt habe und damit zufrieden bin.
also heißt es, dass ich nicht stolz auf deutschland bin.
stolz heißt meiner meinung auch sympathie mit etwas.
deutschland ist mir nicht wirklich sympatisch.
ich bin eigentlich auf nichts wirklich stolz…
warum sollte ich auch?
was bringt es mir, auf irgendetwas stolz zu sein?
Du hast ein Zugehörigkeitsgefühl und damit verbunden ein imaginäres Zuhause.
zusammengehörigkeitsgefühl brauche ich in diesem zusammenhang nicht.
mein imaginäre zu hause kann überall sein.