23. Dezember 2007 / , , , , , , , , , , / Henry / 1c

Offene Grenzen

Mit dem Wegfall der Grenzkontrollen bei den östlichen EU-Länder wird meiner Auffassung nach die wichtigste positive Veränderung hier an der Grenze überhaupt durchgeführt. Es klingt im ersten Moment vielleicht etwas merkwürdig, wenn man bedenkt, dass dem Verbrechen jetzt Tür und Tor geöffnet wird, aber wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann wissen wir genau, dass eine Grenze die Kriminalität noch nie aufhalten konnte.

So feiern die Leute vollends das Schließen der Grenzkontrollstationen, die jetzt allein in der Landschaft stehen und schon fast lächerlich anmuten. Ich bin glücklich, weil ich denke, dass nun die Völkerverständigung einen Aufschwung bekommen könnte, dass es keinen merkwürdigen Eindruck mehr macht, wenn man regelmäßig nach Polen fährt und vor allem, dass endlich die ganzen aufgestauten Polenstereotypen der Vergangenheit angehören.

Ich freue mich auf einen ungehinderten Austausch, ein Verhalten, dass nicht unbedingt auf eine Grenze schließen lässt und auf das unbeschwerte Überschreiten von Brücken. Das hat ganz besonders dort Sinn, wo früher die Orte durch die Veränderung der Grenzen vollends durchschnitten wurden und auch zum Teil vergessen wurden.

Forst, Bad Muskau und sein Park, der einst von Fürst Pückler großzügig angelegt wurde, sind nun wieder bereit dafür vollständig und ohne Argwohn beschritten zu werden. Während noch die letzten Menschen darüber feiern und die Busse nun regelmäßig von Deutschland nach Polen und wieder zurück fahren, freue ich mich schon auf meinen nächsten Besuch in meiner Nachbarschaft.