18. August 2009 / , , , , , , , , , , , , , / Henry / 2c

Meine Liebe zur Mathematik

Da ich ja gestern ein wenig über meine Liebe zur deutschen Sprache geschrieben habe, möchte ich heute nachlegen und über meine Liebe zur Mathematik sprechen. Weshalb sind Zahlen für mich so großartig und was macht sie zu alles beherrschenden Konstanten im Universum? Ja, das sind Fragen, denen sollte man wirklich einmal selbst auf den Grund gehen, gerade auch wenn man vielleicht nicht so viel Spaß in der Schule damit hatte.

Mathe ist für mich jedoch Perfektion in ihrer ursprünglichsten Form. Nichts kann perfekter sein als Zahlen. Sie sind unveränderlich in ein System eingebettet, dass so stark konstruiert ist, dass man damit die gesamte Welt und ihre Beziehungen beschreiben kann. Das ist für mich einfach unglaublich. In diesem Zusammenhang hat mich der Film “Pi” erstmals auf die Idee gebracht, dass jede Anzahl von zufällig gestreuten Zahlen Muster bildet. Diese Muster finden sich überall in unserer Welt und jedes Mal ist man erneut von ihrer Omnipräsenz überrascht. So findet sich zum Beispiel in jedem Kreis Pi. In jeder natürlichen Spirale Phi. In jedem Wachstum e.

Aufgrund dieser Tatsachen lassen sich Parallelen zur Religion ziehen und man hätte hier auch einen Ansatzpunkt um auf die Argumentation von Leibniz zur Theodizee einzugehen. Die Perfektion der Welt lässt sich anhand ihrer mathematischen Muster beschreiben. Also je stärker die Welt in ihre Muster aufgegliedert werden kann, desto stärker könnte man davon ausgehen, dass sie ihre optimale Entwicklung vollzogen hat. In “Pi” wird ebenfalls vom Einwirken der Mathematik auf die Entstehung der Thora gesprochen.

Die Grundlage dafür bildet eine Verknüpfung der Zahlen mit den Wörtern. So gibt es in der Thora für jedes Wort eine dezimale Entsprechung. Rechnet man mit diesen Entsprechungen und wandelt das Ergebnis wieder in die Ausgangsform um, so erhält man einen gewissen Zusammenhang unter den Wörtern. Aus diesem Zusammenhang heraus erhoffen sich die Juden im Film durch die Berechnung einer alles umfassenden Zahl den Schlüssel zum Paradies zu finden. Andere halten dies für groben Unfug und sagen, dass ein vom Menschen geschaffenes System mit willkürlich festgelegten Regeln wie “1 + 1 = 2″ nicht das Universum in seiner Gesamtheit erfassen kann.

So wie die Mathematik aber Einfluss auf die Religion ausübt, so knüpft sie auch an die Sprache an. Sprache lässt sich mathematisch kategorisieren und damit unter anderem in Verbindung setzen. So ist es möglich die Regeln von formalen Sprachen (Plansprache, Programmiersprachen) zu nutzen, um diese Sprachen vielfältiger und vor allem umfangreicher zu gestalten oder sie nach bestimmten Mustern zu durchsuchen. Der erfolgreiche Sprachwissenschaftler Noam Chomsky beschäftigte sich in seiner nach ihm benannten Hierarchie unter anderem damit diese Möglichkeiten auch auf natürliche Sprachen auszuweiten. Dadurch wäre es zum Beispiel möglich eine natürliche Übersetzung von einer Sprache in eine andere durchzuführen. Da Sprache allerdings auf gesellschaftlicher Übereinkunft basiert und Sätze mehrdeutig sein können, ohne dass eine Auflösung durch den Kontext möglich wird, ist es bisher noch nicht gelungen, eine funktionierende mathematische Beschreibung einer natürlichen Sprache aufzustellen.

Mathematik ist für mich eines der spannendsten Themen überhaupt, da es so gut wie alle Bereiche der Welt umfasst. Man findet sie in allen Naturwissenschaften, in besonders abstrakter Form in der Informatik. Sie hilft uns dabei einkaufen zu gehen, Statistiken aufzustellen und dahingehend dann auch Entscheidungen zu treffen. Für mich ist Mathematik zwar nicht so spannend wie zum Beispiel die kulturelle Entwicklung verschiedenster Sprachen, aber Mathe ist ein Hilfsmittel im Alltag, in den Wissenschaften und überhaupt. Das macht Mathematik für mich aus.