29. Januar 2009 / , , , , , , / Henry / 25c

Ihr seid auch nicht lustig

Heute ist ein besonderer Tag, denn wieder einmal fand eine Großveranstaltung an unserer Schule statt und wieder einmal wurden Schüler hemmungslos in eine riesige Halle gepfercht, um dem Schauspiel unentwegt zu folgen. Es war einfach nur großartig! Ich als Typ, der ein Tagebuch irgendwo da im Internet betreibt, habe mich wieder einmal von meinem inneren Selbst davon überzeugen lassen, mir eine Karnevalsveranstaltung der zwölften Klassen anzusehen und muss zugeben, dass sie mir gefallen hat.

Doch woher kommt der Sinneswandel, der mich dazu beflügelt, mich meiner Angst vor stroboskopartigen Veranstaltungen zu stellen? Ich denke, dass ich mich persönlich damit abgefunden habe, dass manche Menschen eben nur einmal im Jahr wirklich verrückt sein können und das auch nur, wenn sie gewissen Traditionen folgen. Ich akzeptiere die übercoolen Partyhits, die im Hintergrund abgespielt werden, ich akzeptiere die überschwänglichen Tänze und ich akzeptiere auch langsam, aber wirklich nur langsam, dass Männer in Frauenkleidern witzig sein sollen.

Wenn man nicht mehr so argwöhnisch vorbelastet an diese Veranstaltungen herangeht, dann wirkt alles sehr viel lockerer. Die Witze werden zwar nicht unbedingt witziger, aber die Veranstaltung hat nicht mehr diesen allgemein negativen Unterton. So saß ich zusammen mit Martin in der hinteren Reihe, schaute mir das Stück an und genoss in vollen Zügen. Obwohl mich der Anfang noch nicht so sehr begeisterte, war ich dann dem betrunkenen Goethe erstmals recht zugetan. Zwar mochte ich es nicht so sehr, dass Alkohol wieder einmal als Katalysator für die Lächerlichkeit verwendet wurde, aber die entstanden Szenen gepaart mit richtig coolen Tänzen überzeugten auch mich davon, dass die Aufführung noch einen guten Ausgang nehmen würde.

Besonders stach dabei der von wunderschönen Dienstmädchen umringte Professor heraus, der durch seine Textsicherheit und sein Selbstvertrauen glänzte. Es war auch seine Büttenrede, die noch einmal meine Hoffnungen bestätigte und mit einem Lehrernamenspiel einen grandiosen Abschluss bescherte. Die Dia-Show im Hintergrund hatte darauf einen großen Einfluss und ich hätte mir gut vorstellen können, dass auch bei anderen Szenen mehr darauf gesetzt wird. Jedenfalls kann man sagen, dass ich mich trotz meiner Karnevalsphobie gut unterhalten gefühlt habe und dass ich mich dementsprechend auch auf andere alkoholbefreite Veranstaltungen solcher Art freue. Doch was denkt ihr, was waren für euch die Höhepunkte des diesjährigen Karnevals und wo meint ihr hätte man etwas verbessern können?