Große Geschichten fehlen.
Kann es sein, dass durch die Verschiebung von Einzelspieler- auf Mehrspielergefechte, immer weniger innovative (Strategie-)Spiele Wert auf einen guten Einzelspielermodus legen? Zum Beispiel liefern Battleforge, Spore oder Demigod überhaupt keine richtige Geschichte mehr mit. Es werden mir alle möglichen Einheiten, Gebiete und mögliche Zusammentreffen hingeworfen und meine Fantasie soll daraus wirklich ein bombastisches, episches Werk schaffen. Das geht doch nicht!
Wo ist das GTA IV der Strategiespiele, wo bleibt “Alarmstufe Rot 3” und wo “Starcraft 2“. Ach ne, die sind ja nicht neu, das sind altbekannte Serien, die ein etabliertes Publikum haben. Tja und wenn man nicht zu diesen alten Eisen gehört, da muss man seine Pläne halt anders ausrichten, so denkt man. Eben nicht. Die Zukunft gehört den Gelegenheitsspielern, die sich von ihrem Alltag ein wenig erholen wollen und dazu entweder ein Buch lesen, ein Film anschauen oder eben ein fantastisches Spiel hervorziehen und durchspielen wollen.
Die Meinung einiger Spieleentwickler macht mir aber ein wenig Angst. Es wird großartig angekündigt, dass Strategiespiele nur im Mehrspieler noch eine Chance hätten und niemand sich mehr mit einem reinen Einzelspielerspiel anfreunden sollte. Dabei bietet gerade das Sammelkartensystem von “Battleforge” eigentlich ein ähnlich schönes Konzept wie damals bei “Etherlords 2″. Man könnte langsam seine Armee daraus aufbauen und dann in Schlachten gegen einen bösen Tyrannen, der das Ende der Welt heraufbeschwören möchte, schicken. Mit guten Synchronsprechern inszeniert und mit einigen Wendungen in der Hinterhand lässt sich noch so viel herausholen. Die meisten Menschen akzeptieren Computerspiele noch nicht einmal als ernstzunehmende Kunst und schon versucht man gleich den nächsten Schritt: eine totale Sportart daraus zu machen. Für die Kunst, gegen den Sport!
Niemand von den Nichtspielern kann sich doch für Spiele begeistern, in denen er keine Handlung vorgesetzt bekommt, sondern eigentlich nur für den Mehrspieler vorbereitet wird. Das war zum Beispiel erst letztens wieder in der Erweiterung “Soulstorm” zu “Dawn of War” zu sehen. Oh, wir müssen ein Sonnensystem einnehmen, wie innovativ. Natürlich muss man bei neun Rassen und einer einigermaßen glaubwürdigen Geschichte einige unter den Tisch fallen lassen, aber das Gesamtkonzept und die erzählerische Vielfalt bliebe doch erhalten. Ich verstehe sowas dann einfach nicht. Ich spiele in den immer gleichen Kämpfen immer gegen einen Computerspieler. Wir haben beide keine Basis und müssen diese erst aufbauen. Man hätte sich den Gefechtsmodus dazu einfach sparen können. Außer den Hauptstadtkämpfen war darunter nichts Besonderes und zum Schluss hat man schon zwei Drittel des Sonnensystems eingenommen und weiß, dass man bereits gewonnen hat. Es wird mit der Zeit langweilig, egal wie bombastisch die Kämpfe dabei aussehen.
Was ist denn eigentlich aber mit Spore? Spore gehört meiner Meinung nach mit zu den schlimmsten Einzelspielerspielen, die diese Welt sehen wird. Großartige Szenerie, vielfältige Möglichkeiten und ein endloses Spiel. Und genau da liegt der Haken: endlos. Man spielt in Spore eine Rasse von der zellularen Ebene bis hin zur Besiedlung anderer Planeten bis ins Endlose. Wenn man einmal alles erforscht hat und alles gemacht. Was dann? Fängt man dann mit einer neuen Rasse an? Bestimmt. Und dann? Wieder. Und wieder. Und noch einmal und dann hat man keine Lust mehr. Natürlich gibt das Spiel einem unendlich viele Möglichkeiten, aber auch genausoviel Langeweile, da man Spore vorerst nicht selbst erweitern kann. Man kann nicht plötzlich eine Nanotechnologie entwickeln, die dann das Universum überfällt und andere Planeten mit anderen Rassen einfach auffrisst. Man kann nicht einfach mal eine Sonne in eine Super-Nova verwandeln, um damit allen Planeten des Systems beim Sterben zuzusehen. Aber eigentlich darf man Spore an sich keinen Vorwurf machen. Es ist nun einmal kein wirkliches Strategiespiel, sondern mehr eine Lebenssimulation. Allerdings kann ich mir schon vorstellen, was es bedeutet unendlich lange auf die “Complete Collection” von Spore mit dem Hauptspiel und 42 Erweiterungen zu warten.
Und Demigod? Nun, ich hätte mich gefreut, gäbe es einen ernsthaften Einzelspielermodus. Ich hätte Spaß. Aber ehrlich gesagt kann man es auch Demigod nicht wirklich verübeln, dass sie versuchen das Spielkonzept eher auf Mehrspieler auszulegen. Nun, es wäre sicherlich cool gewesen seinen Charakter wie in in Spellforce oder eher Sacrifice durch die Welt zu führen und ständig aufeinandertreffende Armeen durch etwas Taktik und richtiges Eingreifen zum Erfolg oder zur Niederlage zu verhelfen. Das wäre cool. Das erfordert Grips und das würde mir persönlich großen Spaß machen. Aber nein. Wir begnügen uns mit den Partien, in denen wir ständig nur gegen Computergegner oder menschliche Gegner auf einer beliebigen Karte irgendwo im Himmel oder so antreten und ständig das Gleiche machen. Nun, langsam wird es mir egal.
Jetzt habe ich mich durch diese ganzen Spiele gekloppt und wollte eigentlich doch nur einen wirklichen Satz aus mir herausbringen: Bitte, bitte, bitte, wir brauchen Spiele, die eine Geschichte haben, ja und ich werde mir wahrscheinlich sogar ParaWorld deswegen kaufen, irgendwann.

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
Mit Paraworld bist du aber ein bisschen spät dran. Das Studio ist mittlerweile schon geschlossen, weil sich niemand für die 8-Millionen-Euro-Produktion begeistern konnte (bis auf die Magazine natürlich). Kommerziell war es ein absoluter Flop.
Und ich kann dir auch in einem Punkten nicht zustimmen. Nichtspieler wollen keine Geschichten in ihren Spielen. Die wollen ein kurzweiliges Spielchen für zwischendurch, dass man auch in kleinen Pausen einschieben können. Geschichten bedeuten meistens immer Einarbeitungszeit und daran sind Nichtspieler nicht interessiert. Umfassende Geschichten können sogar wirklich abschreckend wirken, die Erfahrung habe ich zumindest gemacht. Und Nichtspieler spielen doch alleine wegen dem Schwierigkeitsgrad kein Dawn of War Titel oder irgendein Strategiespiel, das auf Mehrspieler ausgelegt ist.
Und ich glaube auch, dass es mit dem Spielprinzip von Spore unvereinbar ist, eine Geschichte mit einzubauen. Aber ich erwarte auch nicht viel von Spore, denn ich bin fest davon überzeugt bin, dass der Sims-Effekt eintreten wird, sprich: Es wird langweilig ;-)
Übrigens Dawn of War ist doof und Demigod wird es bestimmt auch. Wird immerhin von Chris Taylors Schützling entwickelt und Supreme Commander war ja auch schon für seine epochale Geschichte bekannt (und Taylor-Games finde ich auch vom Gameplay her vollkommen uninteressant) *hust*
Hey, Total Annihilation war besser als sein Ruf und hey, das war auch ein Taylor-Game.
Dass mit den Nichtspielern sehe ich einfach nicht. Ich denke persönlich, dass in der Geschichte gerade der Schwerpunkt für diese Leute liegt, da diese ansonsten keinen wirklichen Ansporn in einem Spiel sehen. Ich weiß doch, dass jeder gute Film, jedes gute Buch, jedes Kulturgut immer eine Geschichte mit sich bringt und diese dann in ihre Kunst verpackt. Gerade das macht die Kultur ja so angenehm. Und ich denke nicht, dass sich die Leute deswegen davon abschrecken lassen würden. Natürlich mag es sein, dass es auch ein paar Spiele für Zwischendurch geben muss. Allerdings sind diese dann so kurzweilig, dass sie keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, sondern einfach nur aus reiner Langeweile gespielt werden.
In Bezug auf ParaWorld liegst du vollkommen richtig. Natürlich ist das Studio zu, aber ich habe mich solange davor gesträubt mir das ernsthaft einmal anzusehen, dass doch jetzt, wo mir Spiele mit Geschichte fehlen, doch so eine Dinoablenkung gerade Recht kommt.
[...] spiele [...]
[...] kannst du bei Dosemu vergessen. 1.0.2 war wirklich prima im Vergleich zu allen Versionen bis 1.0.0, und 1.1.4 ist noch besser, obwohl es sich unstable schimpft. Dosemu bietet direkt aus der Simulation [...]