Fasziniert von Hannibal Lecter

Fasziniert von einem Menschenfresser, einem Kannibalen zu sein, hört sich erst einmal beängstigend an. Aber meiner Meinung nach lebt die Figur Hannibal Lecter nicht von dieser Eigenschaft. Lecter wirkt in weiten Teilen überhaupt nicht beängstigend, wenn man den psychischgestörten Part einmal außen vor lässt.
Ist es nicht viel mehr seine Überlegenheit, seine gute Menschenkenntnis, seine Allgemeinbildung, sein Sinn für Kultur und seine gute Ausdrucksweise, die ihn ausmachen? Und genau das ist es auch, was tausende Menschen doch so an ihm fasziniert. Natürlich gibt es hier und da mal ein paar kranke Menschen, die auch wegen dieser Kannibalensache, sehr von ihm beeinflusst sind. Aber an sich, denke ich nicht, dass sich andere Leute Sorgen machen sollten, wenn man Hannibal als eine tolle Person ansieht oder ihn sogar als eine Art Vorbild sieht.
Ich kann jedem nur empfehlen, alle vier Teile der Hannibalserie an zu schauen. Unbedingt auch den vierten Teil “Rising”, auch wenn hier nicht Anthony Hopkins als Hannibal fungiert, sondern der junge Gegenpart Gaspard Ulliel. Hier wird die Vergangenheit von Dr. Lecter aufgearbeitet. Außerdem werden hier Hinweise auf bestimmte Verhaltensweisen gegeben, die dann in den anderen Teilen zum Ausbruch kommen.
Auch einen Teil öfter zu schauen ist keine verschwendete Zeit, denn man kann immer wieder neue Dinge entdecken und versteht Handlungsweisen und Darstellungen besser, weil man genauer auf Details schaut. Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich zwei oder gar mehr Teile nicht direkt hintereinander anschauen sollte, da man irgendwann von zu vielen Handlungen überwältigt ist und sie bei manchen zartbesaitete Personen auch nicht unbedingt den Schlaf fördern. Ansonsten aber stellen für mich alle vier Hannibal-Teile eine Horizonterweiterung dar.

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
Ein alter Mann, der mit Psychotricks abgebrühte Cops an der Nase herumführt, ist also dein Vorbild. Ah ja. Warum stellen die Teile eine Horizonterweiterung dar?
[...] einen Menschen, der mich inspiriert hat; Krisenbewältigung; Zwischen Glatzen und Zecken; Fasziniert von Hannibal Lecter; Amstetten; Über Einflüsse und Einschränkungen; Leider werden wir uns nie [...]