Ein Tag im Museum für deutsche Geschichte
Heute war der letzte Schulausflug in meinem Leben und ich bin froh, dass er so abgelaufen ist, wie er abgelaufen ist. Es war einer dieser ruhigen Ausflüge, die zwar nicht sehr viel Inhalt angeboten haben, aber dennoch ein wenig die Schülermoral gesteigert haben. Insgesamt war es also ein guter Tag, teilweise.
Anstatt wie sonst üblich um 6:30 Uhr auf der Matte zu stehen, ließ ich mir heute Morgen extrem viel Zeit. Wir mussten erst um 9:20 Uhr am Bahnhof sein und das bedeutete für mich erst einmal, dass ich noch ein paar Minütchen länger meinen Träumen hinterherjagen konnte. Ich packte meinen Rucksack, ging duschen, putzte meine Zähne und machte mich gegen 8:40 Uhr dann mit meinem Auto auf den Weg in Richtung Forst.
Forst liegt zwar nur wenige Kilometer von Klein Kölzig entfernt, aber ich hatte gute Gründe eher loszufahren. Das wären zunächst einmal das eisige Wetter und die recht glatten Straßen, die eine Autofahrt schnell in eine Schlittentour verwandeln können. Als zweites kommt hinzu, dass ich nicht genau wusste, wo ich mich am Bahnhof, ohne einen Strafzettel kassieren zu müssen, hinstellen konnte. Und als drittes wollte ich unbedingt noch irgendwo etwas zu essen kaufen.
So stellte ich mein Fahrzeug schließlich auf den etwas weiter vom Bahnhof entfernten Schulparkplatz ab, begab mich daraufhin in den Plus, kaufte dort Chips, Obst und ein Eis und machte mich letztendlich auf den Weg zum Bahnhof. Dort angelangt begrüßte ich die Menge, suchte mir vier andere Leute, mit denen ich ein Brandenburg-Ticket kaufen konnte und wartete dann darauf, dass der Zug doch endlich mal ankam.
In Berlin angekommen, bewegten wir uns in Richtung Zeughaus, in dem wir erst einmal die meisten unserer Sachen in vorgesehene Container ablegten. Es war für Berliner Verhältnisse nicht besonders viel los, dennoch waren so gut wie alle Führer rundum beschäftigt, sodass wir erst nach gut einer halben Stunde dazu kamen, die Führung zu beginnen. Trotz der sehr umfangreichen Sachkenntnisse unseres Leiters, fand ich die Präsentation doch etwas mau. Es wirkte alles sehr gehetzt und man hatte meines Erachtens nicht wirklich die Zeit dazu, sich in die entsprechende historische Stimmung zu bringen.
Als die Führung nach 30 – 40 Minuten dann ihr Ende nahm, war ich ernsthaft überrascht, dass das den gesamten Ausflug nach Berlin rechtfertigen konnte. Dennoch war ich frohen Mutes, da ich wusste, dass nun ein paar ausgelassene Stunden mit meinen Geschichtskursleuten folgten. Obwohl mich Berlins Reize nicht fesseln konnten, so war ich dennoch mit dem Ausflug sehr zufrieden. Er hatte genau die richtige Stimmung für einen Tag kurz vor den Ferien und allgemein vor dem Abitur. Ich bin froh, dass ich noch einmal die Chance hatte, mit den Leuten etwas gemeinsam zu unternehmen, auch wenn ich mich selbst manchmal etwas ausgeschlossen fühle.

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
“Ich packte meinen Rucksack, ging duschen,…”
Ich hoffe doch, dass du den Rucksack vor dem Duschen nochmal runter genommen hast :-)
Wie ist das bei euch mit den Kursen? Sind die auch in Leistungs- und Grundkurse unterteilt?
Bei mir beginnt die Kollegstufe im nächsten Jahr, und ich werde vermutlich die Leistungskurse Deutsch und Geschichte belegen – wobei leider noch unsicher ist, ob es einen Deutsch-LK geben wird…
Ich packe meinen Rucksack, bedeutet, dass ich dort Sachen reinstecke. Ich packe einen Koffer und nehme mit … Aber egal, ich fühle mich in letzter Zeit sowieso etwas hölzern mit meinen Beiträgen.
Ja, bei uns wird auch zwischen Grund- und Leistungskursen unterteilt und zufälligerweise bin ich auch der Typ Mensch, der sich für Deutsch und Geschichte als Leistungskurs entschieden hat.
Ich würde es aber echt traurig finden, wenn bei dir wirklich kein Deutschleistungskurs zustande kommen sollte. Deutsch gehört meiner Meinung nach zu den wichtigsten Fächern an der Schule und kreatives Schreiben ist schließlich das einzige, was uns später einmal von anderen Arbeiterbienen abheben wird.
Ah, jetzt verstehe ich das mit dem Rucksack :-)
Bei uns wollen zur Zeit 5 Leute an der Schule Deutsch nehmen, an einer benachbarten sind es ungefähr genauso viele. Wenn die alle bleiben, dann werden die Schulen sich zusammen tun, und gemeinsam einen Deutsch-LK abhalten. Wenn sich jetzt aber noch jemand gegen den LK entscheidet, dann wird es vermutlich keinen geben, und ich muss mich nach etwas anderem umsehen.
Ich finde es auch schade, dass so wenige das Fach nehmen. Wahnsinnig viele scheinen einfach Englisch zu wählen, weil sie sich denken, dass das Fach am leichtesten ist – wenn sie sich da mal nicht täuschen. Im letzten Jahrgang war es ähnlich, und da sind einige überrascht worden.
Du hättest bestimmt sehr viel Spaß bei Deutsch, auch wenn ich sagen muss, dass mir meine Leistungskurswahl eher geschadet als genützt hat. Na ja, interessant ist es trotzdem.