Edward Shaermurs Beitrag
Dass ich es bis heute noch nicht geschafft habe, über meinen Lieblingsfilm eine Rezension zu schreiben, hat unter anderem auch damit zu tun, dass ich die Genialität, die dem Film innewohnt nicht unbedingt durch eine vollständige Analyse zerstören möchte. Aus dem gleichen Grund sehe ich auch den Versuch eines vollständigen Verständnisses des menschlichen Geistes eher kritisch, da man einer Person dadurch ihre Individualität nimmt. Allerdings möchte ich eine Person ehren, die K-Pax erst zu dem gemacht hat, was es für mich heute ist.
Edward Shearmur dürfte nur sehr wenigen Leuten wirklich bekannt sein, da die meisten Menschen eher auf die Schauspieler, weniger dann auf die Regisseure, noch weniger auf die Kameramänner und dann nur noch ganz wenig auf die Musiker achten. Da ich Musik neben Licht und Handlung jedoch mit zu den wesentlichsten Punkten zähle, die einen Film ausmachen und ihm Atmosphäre verleihen und die Musik von K-Pax etwas genialer als alles ist, was ich so an Ambient-Filmmusik jemals gehört habe, muss ich euch unbedingt ein wenig von meinen Erfahrungen damit berichten.
K-Pax glänzt als Film durch seine dunkle, etwas abseits liegende Sicht auf die Welt, denn obwohl wir als Zuschauer die Welt kennen, in der sich Prot bewegt, kommt sie uns verändert und vor allem sehr fremd vor. Die Musik schafft es dabei die Bilder so dermaßen perfekt zu untermalen, dass wir uns langsam von einer subjektiven Sicht der Dinge auf die Welt entfernen. Wir wollen nicht mehr glauben, dass der Protagonist Prot ein Verrückter ist, der in eine Psychiatrie eingeliefert wurde, sondern wir verfolgen den Film mit einer unglaublichen Aufgeschlossenheit.
Shearmur schafft es durch sphärische Klänge, tiefe Schläge und einer stark elektrischen Komponente Musik zu erschaffen, die die Grenzen der verschiedenen Auffassungen verschwimmen lässt. Es ist nachdenkliche Musik, es ist Spannungsmusik, es ist unglaublich ruhige Musik, es klingt episch. Die Musik spielt mit dem Hörer, springt von einem Ton zum nächsten und stößt immer wieder klangreich aus der sonst sehr unspektakulären Grundmelodie hervor. Es ist außergewöhnlich, wie sehr ich mich mit dieser Musik identifizieren kann und wie sehr sie mich doch glücklich macht. Jedes Mal, wenn ich dabei bin, mir die Musik anzuhören, muss ich darüber nachdenken, was mein Leben ausmacht und wie sehr ich es doch liebe.
Wenn ich ein Lied von dem Soundtrack empfehlen müsste, dann wäre dies sicherlich Coda, da ich diese Komposition mit zu den wichtigsten Liedern der Stimmungsmusik überhaupt zähle. Man kennt ja die berühmte Melodie aus Psycho oder die Anfangsmusik aus der Weiße Hai, aber meiner Meinung nach reichen sie beide nicht an den unglaublichen Reiz von Edward Shearmurs Coda heran. Es verstrahlt so eine unglaubliche Ruhe und Schönheit, dass ich nicht weiß, wie ich es in Worte fassen soll. Am besten wäre es, wenn ihr euch deshalb das Lied einmal selbst zu Gemüte führen würdet. Dann versteht ihr vielleicht, was ich meine. Denkt euch dabei einfach die Anime-Bilder weg und alles wird gut.

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
ich mag den Film und die Musik ist auch verdammt toll.
Ich fand den Film auch super, aber ich denke ich hab da nicht diesen philosophischen Hintergrund gesehen, mag ihn aber trotzdem. Der OST sagt mir aber nicht so zu, ist mir zu verträumt …
xesier ist tot^^
Am 20.06.2009 hat die Scheinheiligkeit ein Ende!