Die Telekom und ihre Bespitzelung sind uninteressant
Es mag ein wenig merkwürdig klingen, aber ich mache mir absolut nichts aus der Telekom-Spitzel-Affäre. Ja, ich fühle mich zwar so als ein Datenschutz-Typ und mache der Telekom auch Vorwürfe deswegen, aber für mich hat das alles irgendwie keinen wirklichen Reiz. Vielleicht sehe ich einfach nur nicht die Probleme, die eine solche Aktion mit sich zieht, aber mir ist es total egal. Ich weiß es nicht.
Doch was ist eigentlich passiert? So wie ich es mitbekommen habe, hat die Telekom die Verbindungsdaten ihrer Mitarbeiter gesammelt und ausgewertet, um damit Lücken in der betriebsinternen Geheimhaltung zu schließen. Dass man alle Mitarbeiter als potenziell gefährlich einstuft, ist dabei jedoch der falsche Weg und führte damit zu der von den Medien beschriebenen Geschichte über die absolute Bespitzelung und zu Vergleichen mit dem großen Bruder.
Doch wen interessiert das wirklich? In Zeiten von Lidl, Hewlett Packard und den anderen großen Datenschutz-Skandalen scheint die Telekom auch nur ein weiteres Opfer eines Systems geworden zu sein, dass einzig und allein die Gewinnmaximierung mit allen Mitteln garantieren möchte. Der Staat kann in diesem Fall gar nicht wirklich eingreifen und die vierte Gewalt kann auch nur darüber berichten. Es ändert sich jedoch nichts, da kein Betrieb ab einer gewissen Größe darauf verzichten kann, Anti-Spionage zu betreiben, um damit in ihrem Zweig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das schockt niemanden wirklich, weil es nachvollziehbar ist. Das ist das Traurige. Was soll man auch dagegen unternehmen? Man kann Firmen nicht zu etwas zwingen, wenn man genau weiß, dass sie die gleichen Fehler aus den gleichen Gründen wieder begehen werden, solange sie immer den Vorteil des Geldes und der Sicherheit vor sich sehen. Ob man nun einige Telefondaten abfragt und damit den Datenschutz missachtet oder ob man das nicht macht, stört den Konzern dabei wenig, solange dieser nur die Interessen seiner Aktionäre wahren kann.
Auf der anderen Seite stört es uns, als Bürger, noch weniger, da wir davon nichts wirklich mitbekommen und denken, dass es uns ja sowieso egal sein kann, da wir ja nichts verbrochen haben. Oh, die Telekom ist böse. Microsoft ist böse. Coca Cola, Adidas und alle anderen großen Konzerne sind das auch. Es fällt schon nicht mehr auf und wir können uns ihrem Einfluss nun einmal auch nicht vollkommen entziehen. Wir haben nur unsere Kaufkraft und das ist das einzige, was uns noch ein klein wenig Macht gegenüber diesen Konzernen verleiht, auch wenn wir uns vielleicht nicht wirklich mächtig fühlen.
Es bleibt dabei. Wir können nur hoffen, dass diese Betriebe selbst zu der Erkenntnis kommen, dass sich Gewinn nicht allein durch Unterdrückung und Überwachung erschließt, sondern durch ein Vertrauen auf beiden Seiten. Solange Arbeiter und Firmenleiter sich auf einer Wellenlänge befinden und keine Geheimnisse voreinander haben, solange besteht auch ein absolutes Vertrauen, was auch nicht so schnell durch Fehlentscheidungen erschüttert werden kann. Solange Aktionen nachvollziehbar und offen bleiben, solange ist alles noch vollkommen in Ordnung. Aber liebe Telekom, sowas in Zukunft bitte nicht mehr!

![Nostalgie ist ein Scheusal, denn die Vergangenheit erinnert uns nur an das, was wir nicht mehr haben. [Seperator]](http://archiv.xesier.de/wp-content/themes/xesier_archiv/images/blank.gif)
interessiert mich nicht wirklich. man wird eh von klein auf zum perfekten konsumenten erzogen. sollen die firmen doch speichen was ich wann gekauft habe, wie oft ich telefoniere, was meine lieblings milch ist etc.
http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon find ich schlimmer. am krassesten die zeile: “[...] Das System soll über 120 Landstationen und geostationäre Satelliten verfügen. Diese sollen in der Lage sein, mehr als 90% des Internetverkehrs mitverfolgen zu können. [...] ”
naja, was solls…. ich hab nix zu verbergen… bzw. nichts schlimmeres als hunderte millionen anderer… sollen sie halt alles überwachen, solange ich nix mit kinderprostitution, mafiageschäften oder geplanten terroranschlägen zu tun, kann es mir (und uns) doch reichlich egal sein… die meisten, die stress durch “bespitzlung” der behörden bekommen, haben es mehr als verdient
Es ist die gleiche Diskussion wie immer. Aber, wenn ich mir dann vorstelle, hey, ich wollte doch nur wissen, warum die Regierung das und das unterschlagen hat und dafür dann eine Hausuntersuchung und Gefängnis an die Backe geworfen bekomme, dann geht dieses System und die Datensammelwut meiner Meinung doch ein wenig zu weit.
[...] Hitch – Der Datedoktor; Pizza; Kanes Rache ist mein Everest!; Death Proof; Die Telekom und ihre Bespitzelung sind uninteressant; Eine Meinung zu waffenbestückten Kampfrobotern; Ein mathematisches Paradoxon; Agnostiker sind [...]