31. Oktober 2007 / , , , , , , , , / Henry / 0c

Die Gier nach Macht

Schon viele tausende Jahre könnten Menschen in Frieden mit sich selbst, mit ihrer Gesellschaft und mit der Welt leben, doch eine Sache stört ihre Befindlichkeit so dermaßen, dass sie es noch für lange Zeit nicht schaffen werden, diesen Zustand der absoluten Übereinkunft zu erreichen. Dabei wäre es doch endlich mal herrlich und ein Fortschritt nicht mehr zwischen vollkommenem Verbot und vollkommener Ignoranz zu leben. Solange jedoch die wahrnehmbare Gier nach Macht beständig dem genügsamen Menschen schadet, solange werden wir wahrscheinlich noch in ständigem Auf und Ab gefangen sein.

Die Gier nach Macht erstreckt sich dabei als möglicher Auslöser vieler verschiedener Probleme, die im Zusammenhang mit einem ruhigen Leben stehen. So verbindet man mit der Machtgier das Streben einzelner Personen oder Gruppierungen, die sich durch ihre Schwäche ständig neuen Herausforderungen stellen. Anstatt jedoch diese Herausforderungen zum Wohle der Gemeinschaft gemeinschaftlich zu lösen, setzen die Machtgierigen darauf, eben diese Probleme asozial und völlig abseits der gemeinschaftlichen Interessen zu lösen. Im Gegensatz jedoch zu den Egoisten, die ihr Wohl allgemein zwar über das Wohl der Gruppe setzen, legen die Machtgierigen noch einen drauf. Sie setzen ihre Interessen über die Interessen der Gruppe und nutzen die Gruppe dahingehend aus, um eben ihre Interessen durchzusetzen.

Dass das zwangsläufig dazu führen muss, dass die Menschen sich dies nicht gefallen lassen, musste man als Machtgieriger sehr vorsichtig vorgehen, damit man nicht plötzlich alleine da steht und jegliche Machtposition vollkommen in den Abgrund werfen kann. So geschieht jede Aktion sehr sukzessiv, sodass die eigentliche Masse, die sich noch gegen diese verwerfliche Technik auflehnen könnte, schon längst in einem Netz aus Lügen gefangen ist. Man gewöhnt sich halt viel zu schnell an diese fortlaufende Veränderung. Gestern war Kopierschutz eine wirkungsvolle Maßnahme zum Schutz der kulturellen Identität, heute ist es eine wirkungsvolle Maßnahme zum Vergraulen der Kunden und zur Zerstörung einer kulturellen Vermischung.

Dieser Kontrollwahn treibt uns in einen politischen, sowie kulturellen Niedergang, da uns die Möglichkeiten geraubt werden, gegen die Herrschaft des Einen über den Anderen genau Rechenschaft abzulegen. Während nämlich in einigen Teilen der Welt die Presse unterdrückt werden, so wird bei uns der liberale und experimentelle Teil dermaßen unterschlagen, dass Politik in vielen Teilen zu konservativ und zu eingeschränkt bleibt, als dass wir uns aus unseren Problemen heraus entwickeln könnten.

Deswegen wird ein Schritt nötig, der uns ein für alle Mal in die richtige Richtung befördert. Dieser Schritt heißt Politikverständnis und beginnt mit den kleinen Aufklärungsarbeiten hinten beim Kuhstall um die Ecke und endet bei großen Massenveranstaltungen zugunsten politischer Themen. Es sollten keine Kampagnen zum Klimaschutz gestartet werden, es sollten Kampagnen zum Verständnis politischer Aktionen gestartet werden, wobei sich das Verständnis für die Klimaproblematik dann von allein in den Vordergrund schiebt.

Es wird also Zeit anzufangen Zeitung zu aktiv zu lesen, Problematiken außerhalb des Unterrichts und dem Familienkreis zu besprechen und seinen Verantwortungsbereich als Bürgermeister außerhalb der eigenen Gemeinde wahrzunehmen. Nicht umsonst sollte nämlich ein solch vordergründig positives System wie die Demokratie geschaffen werden. Nicht umsonst sollte es den Menschen die Macht geben und nicht einzelnen Politikern.