28. März 2009 / , , , , , , , , / Henry / 0c

Die Frage nach meinem wirklichen Ich

Ich habe mir gestern als ich zu Bett gegangen bin die Frage gestellt, wer ich eigentlich bin. Doch während andere Personen sicherlich schnell mit der Antwort: “Natürlich, Henry” herausrücken würden, so bin ich mir persönlich da nicht ganz so sicher, wer oder was dieser Henry eigentlich ist.

Natürlich sehe ich mich im Spiegel und kann sagen, ja diese Narbe oder diesen Leberfleck erkenne ich wieder und die machen mich auch aus. Auch wenn ich in mein Inneres blicke, kann ich sagen, dass ich bereits dieses oder jenes mitgemacht habe, dann sehe ich auch einen Henry. Doch was mir wirklich Schwierigkeiten bereitet, ist die Tatsache, wie ich mit anderen Menschen umgehe und welcher Charakter in diesem Fall mein wirkliches Ich darstellt.

Ist es der ruhige, in sich gekehrte Henry, der versucht klare Gedanken zu fassen und keine Sekunde mit Witzen zu verschwenden? Ist es der aufgeregte Henry, der alle mit dummen Witzen und überdrehten Aktionen nervt? Oder ist es doch vielleicht der witzige, ausgelassene Henry, der sich mit den Menschen in seiner Umgebung arrangiert, versucht neue Kontakte zu knüpfen und probiert möglichst in eine Mainstream-Menge hineinzupassen? Welcher Henry ist nun der richtige oder sind alle richtig und bilden sozusagen eine Über-Persönlichkeit? Ich bin mir nicht sicher.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob dass was ich tue oder das was andere tun, nun dazu führt, dass ich von einem Henry zum anderen springe. Es ist schwierig für mich mit diesen drei Persönlichkeiten zu leben, da ich mich niemals komplett sehen kann, sondern immer nur als Teil von zwei anderen Ichs, die irgendwo in meinem Inneren darauf warten, den Platz mit dem jetzt-existierenden Ich zu tauschen.

Jedes Ich stellte für sich selbst bisher den Anspruch vollständig vorhanden zu sein. Deshalb ist es mir auch nicht aufgefallen, dass ich eigentlich ein total verkorkstes Innenleben besitze. Doch man muss sich ja irgendwie mit seinem Leben zurecht finden und es hilft nichts darüber zu sinnieren, wie es denn nun wäre, vollständig zu sein, obwohl man vielleicht nur selbst das Problem der Unvollständigkeit in seinen Gedanken aufgebaut hat und dabei auf der anderen Seite schon immer vollständig war.

Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich das Wichtigste, meine Erkenntnisse zu meinen Persönlichkeiten weiter zu verfolgen und sie gegebenenfalls für meine eigenen Zwecke auszunutzen. Jetzt muss ich nur noch verstehen, was ich tun muss, um meine verschiedenen Charaktere zu kontrollieren und dann kann ich mich wenigstens zum Schluss auch wieder als komplett verstehen.