7. August 2008 / , , , , , , , , , / Henry / 9c

Deutsche Komödien sind langweilig

[they shot a movie once]
Foto: Hobvias Sudoneighm – Anpassung durch Xesier, Lizenz

Manche Dinge regen mich auf, obwohl sie mich nicht einmal wirklich einzeln berühren. So ist es zum Beispiel zu erklären, dass ich deutsche Tragikomödien wirklich nicht mehr sehen kann. Als ich mir zum ersten Mal “Good Bye, Lenin!” angeschaut hatte, habe ich mich darüber gefreut, wie wunderbar das Spiel, wie nett die Geschichte und wie toll “deutsch” der Film doch ist. Heute hat sich meine Meinung grundlegend geändert.

Man kann es glaube ich am ehesten mit einer Sättigung des Musikgeschmacks vergleichen. Irgendwann hat man genug von Gitarrenmusik. Man möchte einfach mal wieder etwas Neues ausprobieren. Doch im Gegensatz zur Musik, findet man in den deutschen Filmproduktionen so gut wie keine Innovation und keine Experimente mehr.

Das sieht man schon daran, dass fast jeder Trailer gleich aufgebaut ist. Erst findet man einen Anfangssketch, blendet dann meist belanglose Musik ein und versucht dann letztendlich mit einigen typischdeutschen Szenen inklusive Wortfetzen und Humor, Erwartungen und Spaß hervorzurufen. Das Ganze wirkt dann so monoton, dass man sich als Deutscher echt manchmal verarscht fühlt. Das soll alles sein, was wir neben “Alarm für Cobra 11” auf die Reihe kriegen?

Ach ihr wollt Beispiele? Kann ich gerne präsentieren: Die Eisbombe, Selbstgespräche, Der Mond und andere Liebhaber, Underdogs, Freche Mädchen oder Esperanza. Obwohl wahrscheinlich alle ihre Eigenheiten haben, bleibt trotzdem dieser deutsche Nachgeschmack, den ich einfach nicht leiden kann. Es ist einfach nur traurig, wenn wir es nicht schaffen, Meisterwerke zu produzieren, die über unsere Geschichte hinausgehen.

Wo sind die psychotischen Dramen, die mehrere Persönlichkeiten in einem Charakter enthalten und wo sind die außergewöhnlichen Leute, die über den Film hinaus Kult werden könnten? Wo ist ein deutsches Pulp Fiction? Wo sind die deutschen Gangster-Filme à la Snatch? Allgemein kommt es mir so vor, als wären die deutschen Regisseure gar nicht an einer Veränderung interessiert. Warum auch, die Filme verkaufen sich gut und die Menschen mögen die langweilige Realität in diesen Filmen. Ich frage mich deshalb auch, was mich selbst daran so stört. Ich muss mir diese Filme nicht ansehen und ich kann sie anderen auch gönnen. Trotzdem wünsche ich mir irgendwie neue Herangehensweisen und begrüße jedes Experiment.