27. April 2008 / , , , , , , , , / Henry / 6c

Death Proof

Quentin Tarantino ist neben den Coen-Brüdern und Stanley Kubrick einer meiner Lieblingsregisseure. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass er die Dinge in einer dreckigen, lapidaren Schwarz-Weiß-Metaphorik sieht, die von jedem Menschen eigentlich sehr leicht verstanden wird. Hey, die Frau hat eine Anspielung auf Sex gemacht, die Frau möchte wirklich Sex. Der Typ hat jemanden auf brutalste Weise getötet, deshalb hat er es auch verdient ebenfalls zu sterben. Tarantino bringt das in uns hervor, was uns eigentlich zuerst durch den Kopf geht, aber dann durch unsere Erfahrung und unsere Ideale unterdrückt wird.

Das ist gut so, denn ansonsten verwandeln wir uns viel zu schnell in das, was wir eigentlich verabscheuen. Trotzdem ist es gut, Charaktere zu zeigen und Handlungen zu spielen, die wirklich in diesen Bahnen denken. Es ist gut, weil wir für uns selbst uns immer mehr davon entfernen können. Das Leben ist nun einmal nicht so wie im Film und Tarantino schafft es, das bedeutsam hervorzuheben. Mit Death Proof ist ihm wieder einmal in dieser Hinsicht ein Meisterwerk gelungen, was seines Gleichen sucht.

Death Proofs Handlung ist kein völlig zusammenhängender Strang, sondern erzählt von zwei unterschiedlichen Mädchencliquen in den Mitt-Zwanzigern, die auf sich allein gestellt mit Autos aus den Siebzigern durch die Welt ziehen und auf dieser “Reise” Stuntman Mike begegnen, der sich einen Spaß daraus macht, diese zu terrorisieren. Als er jedoch den Fehler macht, sich zu lange feiern zu lassen, dreht sich plötzlich der Spieß um und plötzlich wird der Verfolger zum Verfolgten.

Death Proof ist dabei immer unterhaltsam, auch wenn die Motive in einigen Fällen ziemlich fragwürdig erscheinen. Es ist eben kein Film, der seine Täter so einfach davon kommen lässt. Der Film lebt von seiner Vielseitigkeit, von seiner Musik und von seinem B-Movie-Charakter, der besonders dann zum Vorschein kommt, wenn die Szene plötzlich schwarz-weiß wird oder scheinbar der Film einige Streifen aufweist, die moderne Filme soweit eigentlich durch die digitale Technik verbannt haben.

Weiterhin fällt auf, dass dieser Film zu einem wahren Tarantino-Multi-Werk gehört. Er schrieb nicht nur das Drehbuch und führte Regie, so wie es bei den meisten Filmen von ihm der Fall ist. Er bediente gleichzeitig auch noch die Kamera, steuerte Musik aus seiner persönlichen Sammlung bei und spielte dann noch als Barkeeper in seinem eigenen Film mit. Es kommt schon fast so vor, als wäre das ein Ein-Mann-Projekt. Doch gerade durch dieses diktatorische Auftreten in allen Bereichen wird der Film zu dem Erlebnis, das man sich vorgestellt hat.

Ich jedenfalls bin restlos begeistert von der Machart, den Gesprächen und hauptsächlich von den richtig scharfen Mädchen. Es ist ein grandioser Film, der zu gucken sich auch auf jeden Fall wegen den unglaublich vielen Referenzen lohnt. Mein Fazit: super-super-toll.